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Katerschnurren



Wild gestikulierend stand er vor mir und fuhr entnervt mit seinen Händen übers Gesicht: „Das kannst du nicht machen. Die bauen auf solche Leute wie dich. Ja?“

„Okay.“


Ich zuckte mit den Schultern.

„Argh, sei nicht so gleichgültig. Du weißt so gut wie ich, dass es so funktioniert. Wenn du dein Bäumchen nicht tätschelst und verhätschelst und pflegst, geht es ein und du brauchst ein neues, willst du wieder Äpfel ernten.“

„Ja, weiß ich doch. Jetzt übertreibe nicht.“

„Doch und vor allem wie jetzt, wo du nur Musik hörst und ins Blaue träumst.“

„Na, und?“

„Schau mal, du musst es streicheln und behutsam wie mit einem Kater damit umgehen. Sonst geht es, wie von denen gewollt, nach drei Jahren ein und du kaufst dir was Neues. Darauf setzen die doch. Nix mit Nachhaltigkeit. Verstanden?“

„Jaa. Ist ja gut.“

Er kommt näher und setzt sich neben mich: „Schau mal. Das ist ganz einfach. Du musst nur so nach unten streichen. Das ist am schonendsten. Und dann wieder nach oben. Siehst du, wie toll das funktioniert?“

Tatsächlich. Er hatte recht, wie meistens.

Ich konnte Musik hören und ihn schonen.

Zur Belohnung küßte ich meinen Liebsten und kraulte seinen Bart, dass er schnurrte.

Das flache Silberpaket war nun geschlossen, die Musik gestorben und das Licht des alten Apple erlosch.

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