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Stinkwut



Unsere Abteilung für Interne Angelegenheiten ging mir gehörig auf den Wecker. Gefühlt mehrmals monatlich änderten sie irgendetwas. Konnte nicht ein Mikrofitzelchen über Jahre Bestand haben?

Nein, selbstverständlich nicht.

Heute war ein Arbeitsablauf geändert worden, morgen wären mal wieder unsere Abteilungsbezeichnungen dran.

Könnte ich mir vorstellen.

Krachend pfefferte ich zu Hause meine Aktentasche in eine Flurecke, was mein grüner Einfarblaufsittich Claire protestierend kommentierte. Ihr Schrei brach sich wie ein Echo mehrmals in meinem ihr näherliegenden Ohr, dass es pfiff.

„Sorry“, entschuldigte ich mich halblaut, wohlwissend dass sie es nicht verstand.

Schwungvoll öffnete ich meinen Kühlschrank und fand für mein Abendessen nichts passendes.

Was gab das Tiefkühlfach her?

Ah, ein Knoblauchbrot.


Dann dachte ich, mich zwickt die Reblaus.

Das Ablaufdatum war bereits ein halbes Jahr überschritten, also ab damit in den Müll.

Ich trat auf meinen Balkon hinaus, den ich mir in kleine grüne Oase eingerichtet hatte. Meine orangeroten Tulpen begannen im Zinntopf aufzublühen und die blauen Traubenhyazinthen schickten ihren Duft zu mit.

Entschlossen holte ich mein schwarzes Notebook von drinnen und setze mich ein den Gartentisch wieder nach draußen. Es blieb mir nichts anderes übrig als meine Bestellung für eine Pizzalieferung aufzugeben.

So eine TexasSupreme zog ich sowieso allem anderen vor und besänftigte mich auf das Köstlichste.

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